»Bataillon – Marsch! Kurz getreten! Frei – weg! Halt!«

Kein Großer konnte exakter den Kommandos folgen, schneller die Beine werfen.

Dann folgte theoretischer Unterricht. Sie mußte lernen: Meldungen machen, – ›richtig und kurz‹, das war die Hauptsache – die verschiedenen militärischen Grade aufsagen vom Feldmarschall an bis herab zum Gefreiten, die verschiedenen Truppen unterscheiden nach den Waffen. Und wurde ihr das alles auch noch schwer, so schwer, daß sich ihre Augen oft mit Thränen füllten, ihre Instruktionsstunde hätte sie nicht hergegeben, selbst für eine ganze Düte voll ›Klümpches‹ nicht.

Und fragte der Vater ernst und gemessen: »Wie viel Elemente haben wir?«

»Fünf!«

»Wie heißen sie?«

So antwortete sie mit leuchtenden Augen: »Treue, Tapferkeit, Gehorsam, Pflichtgefühl und Ehre!«

Frau Trina schüttelte wohl den Kopf über diese ›Dummheiten‹, aber sie sagte nichts – wenn es ihnen nu Spaß machte! ›Jedet Dierken hat sein Pläsierken,‹ dachte sie.

Die blonde Feldwebelin war in den sieben Jahren ihrer Ehe recht auseinandergegangen; ihr blühendes Fleisch war Fett geworden, sie machte sich nicht viel Bewegung. Die Wochentage brachte sie meist in Unterrock und loser Jacke oben in ihren paar Stuben zu, schluffte vom Herd zur Wiege und wohl auch von der Wiege zum Fenster. Da sah sie auf dem, im Sommer staubigen, im Winter grundlosen Platz das tägliche Schauspiel des Exerzierens, und, wenn’s hoch kam, jenseits des Kanals Arbeiter Erde und Steine karren. Dort wurde eine Promenade angelegt über’m Graben, und schöne Kastanien wurden gepflanzt; Bauplätze waren auch schon feil. Da würde es einmal angenehm zu spazieren sein!

»Och Jesus!« seufzte sie dann wohl, schlich wiederum zur Wiege zurück und schaukelte das greinende Kind. Ein alter Reim fiel ihr ein: