›Wenn andre Leut’ spazieren gehn,
Muß ich an der Wiege stehn,
Muß da machen: knick, knick, knack,
Schlaf, du kleiner Habersack!‹
Und dann trübten sich ihre blauen Augen.
Der Wilhelm machte ihr viel zu schaffen, mehr als das Kleinste; er war ein kränkliches Kind und für seine fünf Jahre schwach auf den Beinen. Bald hatte er einen Husten, bald einen Ausschlag, der Vater wurde schon ganz ungeduldig – das sollte ein Soldatenjunge sein?! Hing ewig an der Mutter Rock und flennte wie ein altes Weib, wenn die Josefine mit ihm exerzieren wollte! Wenn die Schwester ihn prügelte, prügelte er nicht wieder – das Hasenherz!
Bei jeder solchen Gelegenheit äußerte sich des Feldwebels Unwillen – der Junge würde nun und nimmer ein Soldat! Und Rinke nahm das als eine persönliche Beleidigung; ohne daß er es wußte, wurde sein Ton barscher, wenn er mit dem Knaben sprach. War es da nicht natürlich, daß die Mutter sich gerade dieses Kindes besonders annahm?
Auch Josefine liebte den Bruder; sie schlug ihn nur, wenn er beim Exerzieren den Stock verkehrt hielt und die Beine nicht stramm stellte. –
Heute führte sie ihn, sorglich wie eine kleine Mutter, an der Hand. Es war Sonntag, und die Geschwister trippelten vor den Eltern her über die Kasernenstraße, während Stina, das noch kindliche Stundenmädchen, den Kleinsten im blaugestrichenen Holzwägelchen hintennachzog.
Die Familie rückte zum Sonntagnachmittagsspaziergang aus; es war das einzige Vergnügen, das Frau Trina hatte, und dies ließ sie sich auch so leicht nicht nehmen.