›Freut euch des Lebens,

Solang das Lämpchen glüht.‹

Hastig eilte Josefine an’s Fenster; hinter dem Gardinchen spähte sie den Truppen nach – Soldaten, Soldaten, all die blauen Röcke und all die roten Kragen und die frischen, gebräunten Gesichter drüber. Und alles blank geputzt; auf tausend Helmspitzen schien sich die Sonne zu entzünden, es war ein Blitzen und Blinkern. Ei, war das lustig!

»Freut euch des Lebens,« summte sie mit und sah ihnen nach, ganz vergessend, daß sie sich in der Nachtjacke zum Fenster hinauslegte.

Heute war ein stiller Tag für das Lädchen, die Kaserne wie ausgekratzt, auch die halbe Stadt auf den Beinen nach der Golzheimer Heide. Den König sehn, den König! Heute gegen abend reiste er ja schon wieder ab.

Spät mittags war die Parade aus; totmüde, bis zur Unkenntlichkeit von Staub bedeckt, marschierten die Soldaten wieder ein.

Der König aber besah sich noch rasch die Kunstausstellung bei Schulte und das Atelier des Schlachtenmalers Camphausen. Er hatte bei Schulte sogar einen Ankauf befohlen – das Bildchen hieß:

›Die Rekruten.‹

XXIV

Es war für Düsseldorf jetzt an der Zeit, seiner großen Männer zu gedenken. Die Stadt hatte es ja dazu, sie stand auf blühender Höhe und war, wenn auch noch nicht in Handel und Gewerbe, so doch in Kunst und Gartenanlagen der Rivalin Köln weit überlegen. Die Väter des Rats brauchten sich der Gelder wegen keine Sorgen zu machen; man saß im Wohlstand. Es war nicht mehr wie billig, jetzt auch äußerlich die dankbar zu ehren, deren Namen der Düsselstadt ewigen Glanz verliehen.