Am nächsten Morgen veröffentlichte die Zeitung die, freilich noch längst nicht abgeschlossene, erste offizielle Verlustliste des neununddreißigsten Regiments:
›Tot .... Verwundet .... Vermißt .... Summa ....‹
Die Summa war groß.
Unter den Toten war Füsilier Peter Conradi verzeichnet; unter den Vermißten Sekondeleutnant Eugen vom Werth.
Aber auch der war tot; kurze Zeit darauf stand folgende Anzeige in allen Blättern:
›Den Heldentod für’s Vaterland starb, infolge einer am 6. August im Gefecht bei Spicheren erhaltenen schweren Verwundung, unser einziger, inniggeliebter Sohn Eugen Ernst August vom Werth, Sekondeleutnant im Niederrheinischen Füsilierregiment Nr. 39.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.‹
Herr vom Werth hatte den Sohn gefunden. In einem Lazarett war der gestorben. Der gebeugte Vater hatte seinen Stammhalter unter unsäglichen Mühen mit in die Heimat geschleppt. Ob es wirklich Eugen war? Man hatte den Sarg nicht mehr öffnen dürfen. Aber so hatte die unglückliche Mutter wenigstens nun den schwachen Trost, auf dem Grabe Blumen pflegen und sie mit ihren Thränen begießen zu können.
Wo der Peter begraben lag, das konnte der Mutter niemand sagen. Und wenn sie hingeeilt wäre und hätte mit ihren Nägeln die blutgedüngte Scholle des großen Totenackers aufgerissen – sie hätte ihn nicht gefunden.
»Er ist im ewigen Leben,« sprachen Schwester Eustachia und Schwester Daria, die Mägde Christi, und ihre Oberin, Mutter Clara, die mit Josefine zusammen pflegten.