»Treue, Tapferkeit, Gehorsam, Pflichtgefühl und Ehre – lieber Vater, ich dank’ dir!«
Langsam richtete sie sich auf. Aber dann stand sie doch fest auf ihren Füßen und nahm ihren Knaben an die Hand. Der war nun ihr einziger, ihr letztes Glück – nein, noch ein Glück hatte sie, ein schmerzliches freilich, dem sie auch noch Thränen schenken würde in stillen Stunden, aber es war ein Glück. Sie hatte einmal etwas empfunden, eine Begeisterung, die sie über sich selbst erhoben. Ihr Bestes hatte sie hingegeben für’s Vaterland, so wie der Vater sie gelehrt.
Und wenn jetzt der König kam, wie damals in ihrem Traum, und seine Hand ausstreckte: ›Was giebst du mir?‹ Dann konnte sie auch ihre Hand ausstrecken und, über das Grab ihres Sohnes weg, weg über Gräber von Tausenden von Söhnen, ihm weite, schöne Länder zeigen: das ganze, große, geeinigte Deutschland im höchsten Mittagssonnenglanz, – und stolz zu ihm sagen:
»Das gab ich dir!«
Verlag von Egon Fleischel & Co., Berlin W 35.
Die stumme Mühle
Roman von
Otto von Leitgeb
Preis geh. M. 5.–; geb. M. 6.50
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