»Patriot, schlag ihn tot,
Bonapart’, den Erzkujon« –
Zwei, drei Stimmen fielen lustig mit ein:
»Mit der Picke, in’s Genicke,
Daß er kriegt die Schwerenot!«
Hastig schlug der Feldwebel das Fenster zu, er mochte nichts mehr hören. Ihm war schwer zu Mut. Also, der Wilhelm sollte ihn fürchten – sein Kind sich vor ihm fürchten?! Und Krieg gab’s auch nicht! Nun schrieb man das Jahr 41, und fast ein Jahr war’s her, daß er mit der Josefine hier gesessen und sie ihm das Rheinlied vorgelesen. ›Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein‹ – da hatte er gemeint, nun ginge es gleich los.
Was hatten die Leute doch alles gefaselt von der ›Erhebung des Vaterlands‹?! Keine Waffe hatte im Ernst geklirrt: man exerzierte und manövrierte nur zum Spiel. Und von der ›Erhebung‹ hörte man kein Wort mehr. Alles still, alles ruhig, wie versunken in bleiernen Schlaf.
Der alte Soldat lächelte bitter – und er hatte gehofft! Warum nur? Wenn sie ihn nun totgeschossen hätten?! Dank für die Ehre! Tapfer gekämpft und tapfer gestorben für König und Vaterland – giebt’s einen besseren Schluß?!
Er räusperte sich und fuhr sich durch die Haare – viel graue Fäden drin! Ja, wenn die Vierzig erst überschritten sind, geht’s schnell abwärts. Was hatte der Garnisonprediger am Sonntag gesagt?
›Des Menschen Leben währet siebenzig Jahre, und wenn es köstlich gewesen ist‹ – – –