»Halts Maul!« Der Feldwebel schrie sie grob an, und dann faßte er den Jungen vorn an den Rockklappen, beroch ihn, schüttelte ihn hin und her und schob ihn mit einem unsanften Stoß der Mutter zu. »Da – wie stinkt der Bengel?! Nach Knaster und Kneipe! Ich will dich lehren, wo hast du dich ’rumgetrieben, he?«
Keine Antwort. Schreckensbleich starrte Wilhelm drein; in einem nervösen Zucken bewegten sich seine Lippen, aber keinen Laut brachte er heraus.
»Wo hast du dich ’rumgedreht, wie siehst du aus? Antwort! Wird’s bald?«
Josefine mengte sich ein. »Vater, wat is dann, sei doch nit bös!«
Er stieß sie von sich. »Kümmer dich um deine Sachen! – Wo hast du dich ’rumgetrieben, Bengel?!« Er stampfte auf. »Lüge nicht! Du weißt, vormachen lass’ ich mir nichts – na?!«
Der Knabe erstarrte förmlich unter des Vaters Blick.
»Vater,« rief Josefine, »er hat sich nit erumjetrieben! Willem, nu sag et doch, sei doch kein Bangbüx! Der Jesell hat ihm en –«
»Er hat ja jar nix jethan,« schrie die Mutter dazwischen, »de arme Jung’! Rinke, wat fällt dich ein?!«
»’raus! Frauenzimmer ’raus!« Mit unwiderstehlicher Gewalt schob Rinke die beiden Frauen in’s Nebenzimmer. Nun verriegelte er die Thür. Mit starken Schritten kam er dann zurück, direkt auf Wilhelm zu. Der war ganz in eine Ecke gewichen.
»So,« – unheimlich ruhig klang’s – »so, mein Sohn, nu sage mir mal, wo du dich ’rumgetrieben hast, ich möcht’ das gerne wissen.« Und dann aufbrausend: »Ich muß es wissen!«