»Ich hab’ – mich nit – erum–je–trieben!«
Ein Schlucken stieß den Knaben.
»Lüge nicht!«
»Ich lü–lüg’ – ja – nit!«
»Jawohl, du lügst!« Immer drohender wurde das Auge des Vaters, es blitzte unter den düsteren Brauen.
»Wahrhaftijens Jott –«
»Junge!« – Des Feldwebels Stimme verlor plötzlich an Rauheit, sie wurde fast bittend – »Junge, sag mir die Wahrheit, thu’s mir nicht an, daß du lügst!«
»Ich – hab’ mich nit – erumjetrieben! De Jesell jab mich ene Pfeif’ – et wurd’ mich so schlecht – de Jroßmutter jab mich ene Bittre, de Jroßvater auch – se jaben mich Bier – ich kann nix dafor – Vater, Vater!« Aufschreiend hielt er sich schützend beide Arme über den Kopf; der Feldwebel hatte die Hand gehoben.
Feig?! Ein verächtliches Zucken ging über des Feldwebels Gesicht, und dann kam ein Ausdruck von Scham. Feig – sein Sohn war feig! Wer feig ist, lügt auch.
»Ich glaube dir nicht,« sagte er hart. »Sieh mich an!« Und als Wilhelm den Blick nicht hob, noch einmal: »Ansehen!«