Schon fing sie wieder von vorne an, aber der ungeschlachte Tänzer kam ihr zwischen die Füße – er polterte hin – lachend flog das Mädchen auf die Mutter zu und faßte die um die Taille.

Und dann sangen Mutter und Tochter, beide sich umeinander wirbelnd, das alte Tanzlied und lachten dabei, daß sie weinten.

»Mit dir, mit dir in’t –«

»Pst!« Josefine legte plötzlich den Finger an die Lippen – der Vater kam die Treppe herauf!

Frau Trina errötete. Wenn ihr Mann sie jetzt gesehen hätte! Der würde schön schimpfen! Der Thür abgewandt, machte sie sich am Herd zu schaffen, um ihr erhitztes Gesicht zu verbergen.

Aber der Feldwebel schaute heute nicht wie sonst zuerst zur Tochter herein, er ging gleich in die Stube. Krachend flog die Thür hinter ihm zu.

»Och Jott, och Jott,« seufzte Frau Trina. All ihre Kümmernisse fielen ihr auf einmal wieder ein. –

Rinke hatte die vergangene Nacht schlecht zugebracht; seine Frau atmete schon seit Stunden tief und gleichmäßig, da saß er noch wach im Bett. Die Nacht war finster, schweres Gewölk hielt den Mond verdeckt, nur als ein, um weniges hellerer, Fleck hob sich das Kammerfenster aus der Schwärze. Graute der Morgen denn noch nicht?!

Es war ihm eine Erlösung gewesen, als der erste Frühschein über’m Platz dämmerte. Längst ehe die Reveille ertönte, stand er auf, schlich aus der Kammer und wanderte mit großen Schritten rastlos in der eiskalten Stube auf und ab, bis Josefine erschien und noch ganz verschlafen fragte, ob es denn schon so spät sei? Der Hornist lockte gerade.

Die Mehlsuppe schmeckte nicht, mit einem förmlichen Widerwillen hatte der Feldwebel den Napf von sich geschoben – der Junge, der Junge, der lag ihm auf dem Magen! War er nicht doch zu streng gegen den gewesen? Ah was, Strenge muß sein! Wer sein Kind lieb hat, der züchtigt es.