»Dat ’s schad’ – ja, dat weiß ich!«
»Es fällt mir sehr schwer!«
»Och eja, dat jlaub’ ich wohl!«
»Sehr schwer, von – Ihnen zu scheiden!«
»Was jefällig?« Sie hatte nicht recht verstanden, was er sagte, er flüsterte immer leiser.
Nun tuschelte er es ihr in’s Ohr: »Von Ihnen zu scheiden!«
»Och, wat Sie nit sagen! Hihihi!« Sie kicherte gedämpft.
»St–, Finchen, st–!« Zärtlich faßte er ihre Hand; das Ringelchen hatte er schon in der seinen verborgen gehalten, nun versuchte er, ihr es an den Finger zu schieben. »Und da möcht’ ich – ich bitte Sie – wenn ich so weit weg bin« – nun hatte er den Reif glücklich auf ihrem Finger – »damals wollten Sie nich, dann tragen Sie’s jetzt, zur Erinnerung – teures Finchen – zum Gedenken an mich! Und sowie ich ’ne gute Stellung kriege, dann –«
Jetzt lachte sie verlegen auf und machte sich von seiner Hand frei.
Das Herz schlug ihm – wenn sie davon lief? Er fürchtete es schon, aber sie blieb stehen. Gerade über dem Baum, der den Brunnen beschattete, blinkte ein Stern, durch’s Gezweig warf er schimmerndes Licht auf das liebe Gesicht. Der Verliebte konnte das jetzt deutlich sehen, und ein eifersüchtiger Schmerz durchfuhr ihn – wenn das andren lächelte?!