»Ja,« sagte Wolfgang eintönig in ihr Plaudern hinein. Wie verloren stand er auf der Straße, seine Bücher unter den Arm gepreßt. Ach, wie weit, weit war die hier, waren die alle drei nun auf einmal von ihm gerückt! Die, mit denen er einst täglich gespielt hatte, deren Hauptmann er stets gewesen war, die waren nun schon so groß, und er, er war noch ein dummer Schuljunge!

»Verflixt!« Mit einer heftigen Gebärde schleuderte er seinen Bücherpacken von sich, daß der Riemen, der ihn zusammenhielt, sich löste. Alle Bücher und Hefte flogen auseinander und lagen voneinander gespreizt im Staub der Straße.

»Au weh, aber Wölfchen!« Frida bückte sich ganz erschrocken und las eifrig alles zusammen.

Er half ihr nicht aufsammeln. Mit einem bösen Ausdruck starrte er vor sich hin.

»Da – da haste se wieder,« sagte das vom emsigen Bücken ganz rot gewordene Mädchen, pustete die Bücher ab und zwängte sie ihm wieder unter den Arm.

»Ich mag nicht!« Er ließ sie wieder fallen.

»Na, du bist jut! Was fällt dir denn ein – die teuern Bücher!« Sie konnte sich ordentlich über ihn ärgern. »Weißte denn nich, daß die Jeld kosten?!«

»P–!« Er machte eine Handbewegung, wie: was macht das?! »Dann werden eben neue gekauft!«

»Wenn dein Vater auch Jeld genug hat,« ereiferte sie sich, »das ’s doch nicht recht von dir, so mit die juten Sachen umzujehn!«

Er sagte kein Wort hierauf, aber er hob nun die Bücher auf und schnallte sie wieder in den Riemen. Verlegen standen sie beide zusammen. Sie sah ihn verstohlen von der Seite an: hatte der sich aber verändert! Und er ärgerte sich über seine Heftigkeit: was sollte sie nun wohl von ihm denken?!