Aber Wolfgang schüttelte den Kopf: »Ich kann nicht. Ihr habt mich betrogen. Laß mich los!« Mit einer gewaltsamen Bewegung schüttelte er des Mannes Hand, die sich auf seinen Ärmel gelegt hatte, ab.
Und nun schrie er auf wie ein verwundetes Tier: »Was quält ihr mich noch? Laßt mich doch gehen! Ich will gehen, ich will an meine Mutter denken – wo ist sie?!«
Drittes Buch
1
Die Uhren im Haus gingen schreckhaft laut. Man hörte sie durch die Stille der Nacht wie mahnende Stimmen.
O, wie rasend schnell jagte die Zeit hin! Eben war es noch Abend gewesen – eben Mitternacht – und nun schlug die Pendüle auf dem Kaminsims schon ein kurzes, helles, hartes Eins!
Mit einem Zusammenschaudern hob die einsame Frau die Hände an die Schläfen und preßte sie fest dagegen. Ah, wie es dadrinnen hämmerte, und wie sich Gedanken – quälende Gedanken – jagten, rasend schnell und rastlos wie das hastige Ticken der Uhren!
Alle schliefen im Haus. Der Diener, die Mädchen; auch ihr Mann – längst! Nur sie, sie allein hatte noch keinen Schlaf gefunden.