Ach, die Rosen welken bald!‹
Er ging gleich nach Hause, er hatte heute nicht Lust mehr, draußen herumzubummeln. Und als er so ging mit wiegendem, schlenderndem Gang, entlegene Wege, in denen es still war, richtete sich etwas auf vor ihm in der dunklen Färbung des Herbstabends und stellte sich in seinen Weg – das war eine Frage:
›Und du –?! Wohin du –?!‹
In einer Stimmung, die seltsam weich und versöhnlich war, betrat er das Elternhaus. Aber als er ins Zimmer trat, saßen die Eltern da wie zu Gericht.
Käte hatte es nun doch nicht verheimlichen können, es hätte ihr das Herz abgepreßt, sie hatte jemandem erzählen müssen, was sie beobachtet hatte. Und Schlieben hatte sich mehr darüber aufgeregt, als seine Frau erwartet hatte: also in solche Gesellschaft war der Junge geraten?!
»Wo treibst du dich herum?« fuhr er den Sohn an.
Der Eintretende stutzte: was war das für ein Ton, es war doch heute nicht so spät?! Im Gefühl des Unrechts, das ihm geschah, hob er den Kopf.
»Sieh mich nicht so unverschämt an!« Den Vater verließ die Beherrschung. »Wer ist das Frauenzimmer, mit dem du dich herumtreibst?«
Herumtreibst – Frauenzimmer?! Dem jungen Menschen schoß das Blut heiß zu Kopf. Frida Lämke ein Frauenzimmer – das war toll! »Sie ist kein Frauenzimmer!« brauste er auf. Und dann: »Ich habe mich nicht herumgetrieben!«
»Nun, nun, ich habe –« Schlieben verbesserte sich rasch, er konnte doch nicht sagen: ›ich habe dich gesehen‹ – so sagte er: »Wir haben dich gesehen!«