Es lag wie eine Trauer in seiner Stimme, als er, Mutter Lämke die Hand zum Abschied reichend, sagte: »Nun denn – adieu!«

»Na, verjniegte Erholung – auf Wiedersehen!«

Daraufhin nickte er und schüttelte ihr noch einmal die Hand, und dann ging er; er wollte lieber Frida entgegen gehen, das war besser als hier innen zu sitzen. Er hatte Herzklopfen. Da sah er sie schon auf sich zukommen.

Obgleich es dunkel war, die Beleuchtung nicht so taghell wie drinnen in der Stadt, erkannte er sie schon von weitem. Sie trug das gleiche Matrosenhütchen mit blauem Band wie im vorigen Sommer; das war zwar noch etwas verfrüht, aber es paßte zu ihr. So frühlingsfrisch!

Ein Gefühl quoll in Wolfgang auf, als sie vor ihm stand, das er sonst Frauenzimmern gegenüber nicht gekannt hatte: ein brüderliches Gefühl inniger Zärtlichkeit. Ach, sie hatte es doch wohl nur gut gemeint!

Stumm grüßte er, sie aber sagte froh: »Ach du, Wolfjang?!« und streckte ihm die Hand hin.

Wie früher schlenderte er neben ihr her; sie hatte unwillkürlich ihren Schritt verlangsamt. Sie wußte nicht recht, wie sie wieder mit ihm anfangen sollte, aber das glaubte sie zu fühlen: böse war er nicht mehr.

»Wir reisen morgen,« sagte er.

»Nanu, wohin denn?«

Und er erzählte ihr’s.