Mitten darin unterbrach sie ihn. »Bist du mir böse?« fragte sie ganz leise.

Er schüttelte verneinend den Kopf, aber weiter ging er nicht darauf ein.

Alles, was sie ihm sagen wollte, daß sie nicht anders gekonnt hätte, daß Hans ihn ›ausbaldowert‹, daß sie’s doch seiner Mutter versprochen und daß sie selber so große Angst um ihn gehabt hätte, unterblieb. Es war nicht nötig. Es war, als sei das Vergangene nun tot für ihn, als hätte er es ganz vergessen.

Als er dem interessiert zuhörenden Mädchen von der Riviera, wohin er nun reisen würde, erzählte, beschlich es ihn leise doch wieder wie neue Lebensfreudigkeit. Ah, nur heraus hier, heraus! Wenn er erst dort war, würde alles besser werden! Er machte sich noch kein rechtes Bild, wie es eigentlich dort sein würde; mit halbem Ohr nur, nein, gar nicht hatte er zugehört, wenn die Mutter ihm vom Süden gesprochen hatte, es war ihm ja alles ganz gleichgültig gewesen. Nun empfand er es selber wie eine Wohltat, daß er wieder Teilnahme hatte. Er atmete tief auf.

»Schickst du mir auch ’ne schöne Ansichtskarte von da?« bat sie.

»Natürlich, viele!« Und dann legte er den Arm um ihre schmalen Schultern und zog sie an sich.

Und sie ließ sich ziehen.

Auf offener Straße, an deren Rändern die Büsche schon knospten und der Flieder im ersten Safte schwoll, standen sie und hielten sich umfaßt.

»Komm jesund wieder,« schluchzte sie.

Und er küßte sie zart auf die Wange: »Frida, ich muß mich wirklich noch bei dir bedanken!« – – – – – – –