Peter führte mich. Der Postmeister, der zum Antworten keine Zeit hatte, sah, die Pfeife rauchend, zum Fenster hinaus, auf der Straße mir nach. Vermutlich Neugier. Bei aller mir angebornen Höflichkeit war ich doch im Herzen ergrimmt über die unanständige Behandlung. Ich ballte in meiner Rock tasche drohend die Faust und dachte: »Nur Geduld, Herr Postmeister, fällt Er einmal der Justiz in die Klauen, deren wohlbestallter königlicher Kommissar ich zu sein die Ehre habe, so werde ich Ihm seine Flegelhaftigkeit auf die allerzierlichste Weise einpfeffern! Der Herr Postmeister sollen zeitlebens meiner Rechtskniffe gedenken.«
Peter, ein zerlumpter Polack, der mich führte, verstand und sprach das Deutsche nur sehr gebrochen. Mein Gespräch mit ihm war daher so verworren und schauderhaft, daß ich es in meinem Leben nicht vergessen werde. Der Kerl sah dazu abscheulich aus mit seinem gelben, spitznasigen Gesicht und dem schwarzen, struppigen Haar, ungefähr wie es unsere nord- und süddeutschen Zierbengel zu tragen pflegten, wenn sie schön tun wollten. Statt des Tituskopfes zeigten sie uns gewöhnlich die Nachbildung eines struppigen Weichselzopfes.
»Lieber Freund!« sprach ich, während wir langsam im tiefen Kote wateten, »will Er mir doch wohl sagen, ob Er den Herrn Burkhardt kennt?«
– Die alte Starostei! antwortete Peter.
»Ganz recht, bester Freund! Er weiß doch, daß ich zum Herrn Obereinnehmer will?«
– Die alte Starostei!
»Gut! Was soll ich aber in Seiner alten Starostei?«
– Sterben!
»Das hole der Teufel! Das kommt mir nicht in den Sinn.«
– Mausetot! sterben!