Dir, o Meerstern, weiht sie betend
Den sie unterm Herz getragen,
Nun zur Wogenwiege leget
Aus den sichern Mutterarmen.

"Denk, o Mutter süße,
Wie du durch die Wüste
Unsern Herren trugst in Pein,
Daß er für uns büße,
Trank er deine Brüste,
Sog er deine Milde ein."

Schon zerbricht des Sturmes Segel,
Und der Blitze Feuerflagge
Zucket einsam auf den Wellen,
Wo das Schiff in Nöten schwankte.

Nieder zur der Gruft der Meere
Sank das Schiff; es folgt dem Sarge
Schwarz der Donner, ernstlich betend,
Und der Blitze Leichenfackel.

Und es suchen kleine Sterne
Einsam durch die dunklen Wasser
Nach der Mutter, ach vergebens!
Fromme Kerzen ihres Grabes.

"Jungfrau, Himmelstüre,
In des Todes Gründe
Senke deiner Strahlen Schein
Und helleuchtend führe
Aus dem Meer der Sünde
Uns zum Quell des Lichtes ein!"

An dem Himmelsdome brennet
Still des Mondes ewge Lampe;
Zu dem Felsen rauscht Sirene,
Einen Schatz im Arme haltend.

Denn sie trug das Kindlein flehend
Zu dem steilen Felsenrande,
Das die Mutter untergehend
Legte in Mariens Arme.

Die, ein heller Stern des Meeres,
Trägt den Scheiternden Erbarmen,
Hat es sicher durch die Wellen
In Sirenens Arm getragen.

Aus dem wilden Elemente
Trug sie nun das Bild der Gnade
Freudig aufwärts zu dem Felsen,
Ganz in neuer Lieb erwallend.