Schweigend glich das Volk dem Meere,
Über dem ein Gott hinwandelt;
Als ruht und wogt die Menge
In Biondettens Sang und Harfe.
Und es sind des Meeres Wellen
An der Jungfrau Lied gebannet,
Weh und Wonne fluten, ebben,
Wie sie will in allen Adern.
Hell auf meerumwogten Felsen
Hebt sich über ewges Wasser
Ein Marienbild; des Meeres
Stern auf ihrem Haupte flammet.
"Meerstern, wir dich grüßen,
Die durch Tränenwüsten
Aus der sündedunkeln Zeit
Einsam steuern müssen
Zu den hellen Küsten
Der gestirnten Ewigkeit."
Nächtlich steigt zur ihr Sirene,
Opfert Perlen und Korallen,
Singt auf mondbeglänzter Schwelle
Zu kristallner Harfen Schalle:
"Jungfrau, laut verkünden
Von des Himmels Bühnen
Engel deine Herrlichkeit;
Und aus Meeres Gründen
Steigt, dich zu versühnen,
Was da lebt in irdschem Streit."
Aber dunkle Wolken treten
Vor den Mond, das weite Wasser
Sträubt das Wogenhaar zu Berge
Vor den tosenden Orkanen.
"Jungfrau voller Güte,
Wie das Meer sich türme,
Stehest du in Heiterkeit;
Wie gefallne Blüten
Schütten dir die Stürme
Himmelssterne auf dein Kleid."
Ach, im zorngen Elemente
Schwankt ein Schifflein notumklammert!
Leuchte, leuchte, Stern des Meeres,
Einer Mutter dich erbarme!
Ach, sie flehet nur zu retten
Ihren Säugling, den umarmend
An der Brust sie nährt zum Leben,
Schwankend selbst im Untergange.