Schleire mich in weißer Farbe
Gleich der Taube, die als Bote
Wiederkehrte mit dem Blatte,
Das dem Friedensbaum entsprossen.

Sei gegrüßt, du Tag der Gnade!
Durch den Friedensbogen Gottes
Will ich zu den Vätern wallen
Auf der Opferflamme Wolken!"

Aber in den Wald nun senket
Sich die Sonne, und mit Flammen
Scheint Biondetta rings umgeben,
Schwarz geschleiert, nur ein Schatten.

Da der Wald im Glanze stehet,
Schweigen rings die Flöten alle,
Und ein Chor von Hörnern schwebet
Klagend auf im Widerhalle.

Und das Volk lauscht tief beweget,
Denn die Sonne widerstrahlend
Spielet, die nicht auszusprechen,
Lieder durch die goldne Harfe.

Und so stille war die Menge,
Daß man hört die Tränen fallen
Und die heißen Seufzer wehen
Und die bangen Herzen schlagen.

Wie ein Kahn auf stillem Meere
Mondumspielet träumend wanket
Und der Fischer hingestrecket
Schlummert ein in dem Gesange:

Also waren alle Schmerzen
In Biondettens Lied entschlafen,
Scheiden kann sie von den Herzen,
Die in Wunderträumen wandeln.

Doch es treibt das Schiff zum Felsen
Und füllt sinkend sich mit Wasser;
Nacht ist's und der Mond bedecket,
Und der Mann starb unerwachet.

Aber weh! nicht so die Schmerzen,
Schlummernd, träumend im Gesange,
Hier im süßen Schlafe starben,
Wie der Fischer, Mond und Rachen.