Um Biondetten wird es heller:
"Wehe, wehe, das sind Flammen!
Feuer, Feuer, Helft! o helfet!"
Schreiet alles im Theater.

"Feuer! Helfet!" schreit Biondette. —
"Stürzet das Gerüst zusammen,
Ist sie nimmermehr zu retten":
So erfüllt das Haus ein Jammer.

Nach den Türen, zu den Treppen
Stürzen alle Herrn und Damen,
Und die Menge des Parterres
Will sich wogend überschlagen.

Bald in allen Fenstern stehen
Hohe Leitern; Herrn und Damen
Drängen sich, hinab zu klettern,
Und hinauf die Herrn Soldaten.

Dieser will sein Liebchen retten
Und faßt seine alte Base;
Jener, der die Frau will heben,
Wird umklammert von dem Manne.

Und die duftgen Cicisbeen
Müssen gar zu harter Strafe
Helfend auf und nieder klettern,
Wie die nassen Katzen jammernd.

Denn den Fliehend entgegen
Springen schon die Wasserstrahlen;
Wer im Feuer nicht kann leben,
Muß sich durch das Wasser baden.

Schreien, Weinen, Fluchen, Beten,
Steigen, Klettern, Ohnmachtfallen,
Trommelschlag und Brandtrompeten,
Wagenrasseln, Glockenschlagen.

Und schon windet sich die Menge
Kapuziner, Domnikaner
Sich in braun, schwarz-weißer Kutte,
Wassereimer eilig langend.

Doch die mutigen Studenten
Springen jubelnd zum Theater,
Stürmen die papiernen Felsen,
Niederreißend rings die Lampen.