Oben an des Haues Decke
Hört man schwere Äxte fallen,
Sieht auch bald die Zimmrer stehen,
Niederstürzend Fluten Wassers.
Und schon ordnet sich die Menge,
Massen bilden sich und Straßen,
Alles stehet, geht und kehret,
Keiner hindert mehr den andern.
Aber unter den Studenten
Achtet einer nicht der Flammen;
Er hat gar ein wildes Wesen,
Gleichet einem Salamander.
Und schon klagt man um den Helden,
Den umkrachten alle Sparren,
Doch er kehrt und trägt Biondetten
In den dunklen, harten Armen.
Da er eilet in die Szene,
Schreit die Jungfrau: "O erbarme
Dich, Maria! Rette, rette
Mich von ihm in Jesus Namen!"
Da springt von der offnen Decke
Kühn ein Jüngling, wütend packet
Er den Räuber von Biondetten,
Doch der stehet ganz in Flammen.
Alle Glut zu ihm sich wendet,
Und wie auch die Wasserstrahlen
Auf ihn stürzen, wills nicht helfen,
Und man hört ihn gräßlich lachen.
Und wie Wirbelwinde drehen
Zu ihm hin sich alle Flammen,
Die wie Haare um ihn wehen,
Wenn er also gräßlich lachet.
Und so hat er lachend, brennend,
Eine lange Zeit gestanden,
Da das Feuer rings geendet,
Und das Volk schrie laut: Mirakel!
Da ein Priester zu ihm sprenget
Einen Strahl geweihten Wassers,
Ward er, allen zum Entsetzen,
Nur ein Häuflein dunkler Asche.