Und nun höret jemand gehen
Durch den Garten Jacopone,
Und er sucht ihm zu begegnen,
Irret durch die Laubenbogen.
Ach, in seinem Herzen wehen
Höllenflammen tiefen Zornes,
Den Geliebten Rosarosens
Will er mit dem Dolch durchstoßen!
Mondhell fand er eine Stelle,
Und es rauschet Laub am Boden;
Mit gezücktem Dolch verstecket
Er sich im Gebüsch der Rosen.
Schon sieht er den Schatten schweben
Des verhaßten Blondgelockten,
Und er hat in bösem Streben
Seinen Dolch schon hoch erhoben,
Als der Knabe vor ihm stehet
Und ihm ruhig sagt die Worte:
"Jacopone, wiedersehen
Wirst du mich bei deinem Tode!"
Und er fühlte sich gefesselt
Und stieß nieder mit dem Dolche
In die kalte, harte Erde;
Hat sich lange nicht erholet.
Als er wieder sich erhebet,
War sein Sinn ganz wild verworren,
Auch der Himmel war bedecket
Mit dem Mantel schwarzer Wolken.
Und an Rosarosen denkt er:
War der Knabe nur ein Bote?
Sie muß selbst den Herrn mir nennen
Oder sterben von dem Dolche!
Und nun tappt er nach der Quelle
Durch die dunkeln Laubenbogen,
Und er höret Rosarosen
Badend plätschern in dem Bronnen.
Und in seinem Herzen reget
Sich ein Strahl geheimer Wonne.
"O, wie boshaft seid ihr, Sterne,
Daß ihr jetzt euch habt verborgen!