So vergleicht der hohen Schule
Er der hohen Linde Schatten,
Wo in überflüssgen Zungen
Ihm Biondettens Sang verhallet.

Ach! er möchte hin zum Grunde
Stürzen dieses Baumes Schatten,
Oder in den Zweigen ruhend,
Die ihm bloß ertönt, betrachten.

Doch ein Bild von Gottes Mutter
Steht auf einsamen Altare
Bei der Linde, ihre Kuppel
Wölbet ihm des Tempels Halle.

Ihm zur Seite steht ein Brunnen
Einsam wie das Bild, es fallen
Leis der Linde Blüten runter
Auf den Spiegel seines Wassers.

Arm ist wohl das Bild an Schmucke,
Handel-, wandellos die Straße,
Aber nächtlich hört die Mutter
Hell Biondettens süßes: Ave!

Und geht sie, im bunten Putze
Schimmernd, zu der Bühne abends,
Teilt sie fromm die Flitterblumen
Mit Marien, voll der Gnaden.

Auf des Altars öder Stufe
Keimen Blümlein in dem Grase;
Nahe ist das Tor, hier ruhen
Gern, sich ordnend, müde Wandrer.

Denn hier steht ein kühler Brunnen
Einsam wie das Bild, es fallen
Leis der Linde Blüten runter
Auf den Spiegel seines Wassers.

Still an des Altares Stufen
Kniet Meliore und betrachtet
Glaubend, was mit Dämmerungen
Ihm der Schule Geist umnachtet.

Eine Jungfrau kömmt zum Brunnen;
Zu der Stadt trägt Rosablanke
Einen Korb mit Wachs und Blumen,
Sprengt die Rosen an mit Wasser.