Und mit ihrem Mantel gehet
Schnell von dannen Jacopone.
Hartes Weh ist ihr geschehn,
Die zurückblieb in den Wogen.
Doch den Herrn um Hilf anflehend,
Ist ihr Herz erstärket worden,
Mutig stieg sie aus der Quelle,
Und die Nacht ist dunkler worden.
Da sie nackt in der Kapelle
Bleibe vor dem Licht verborgen,
Breitet sie der Haare Flechten
Um sich her bis auf den Boden.
Und auf ihre Augen senket
Nieder sie den Kranz der Rosen,
Den als Braut sie aus dem Tempel
Traurig trug in ihren Locken.
Da sie tritt zu der Kapelle,
Ist die Lampe schnell erloschen,
Ihre Keuschheit zu verehren;
Und sie suchet an der Orgel,
Wo der goldne Schlüssel hänget
Zu dem Grabe der Dolores;
In verzweifeltem Gebete
Hat sie dann die Gruft erschlossen.
Und die Stufen abwärts tretend
Sprach sie: "Heil euch, heilge Toten!
Wollet meine Blöße decken,
Einer armen züchtgen Tochter!"
Und sie hört die Stimme beben
Der verstorbenen Dolores:
"Liebe Tochter, wir dir geben
Hilfe, kniee an den Boden!"
Und sie fühlt sich um die Lenden
Ein Cilicium geschlossen,
Und von einer schnellen Schere
Ihre Locken abgeschoren,
Dann mit seidenen Gewändern
Ihren züchtgen Leib verborgen,
Hört dann nahe vor sich reden
Die unendlich süßen Worte: