Doch du hast ein wildes Wesen,
Was willst du mit diesem Dolche?
Deine Haare um dich wehen,
Kommst du, mich hier zu ermorden?
Oder hast du Rosarosen,
Deine fromme Braut, erstochen?
Fremde Lieb bei ihr erkennend,
Was der Herr verhüten wolle?
Oder hast du gen dich selber
Diesen bösen Stahl erhoben,
Willst in blinder Wut du sterben?
O, du armer Jacopone!
Weh, ich seh Rosarosens
Mantel deinem Arm entrollet!
Rede, rede, du Entstellter,
Gibt dem stummen Schrecken Worte!"
"Vater, zu dem Garten gehe,"
Spricht nun bebend Jacopone,
"Wo mein Weib in der Kapelle
Täglich singet zu der Orgel.
Trete zu ihr an die Quelle,
Wo sie badet in dem Bronnen,
Laß sie beichten, laß sie beten,
Eh sie stirbt von diesem Dolche.
Daß sie nackt die Flucht nicht nehme,
Hab ich ihr Gewand genommen;
Du magst rücklings hin es werfen,
Wenn du zu dem Bronnen kommest."
Und der Mönch schließt seine Zelle,
Folgt zum Garten Jacopone.
Da sie an der Brücke stehen,
An des Reno blauen Wogen,
Spricht der Mönch zu dem Gesellen:
"Wirst du mich nicht hier durchbohren,
Mich dann in den Reno werfen?
Sieh, ich trau nicht deinem Dolche;
Gib ihn mir doch aufzuheben!"
Und es gibt ihn Jacopone,
Und sie gehn. Doch unbemerket
Wirft der Mönch ihn in die Wogen.