Vor dem Garten nun begehret
Seinen Dolch der Jacopone:
"Er ruht in des Reno Wellen!"
Spricht zu ihm der Mönch Benone.
Und die Arme um ihn legend
Küßt die Stirn er Jacopone,
Spricht: "Zu deiner Kammer kehre,
Deine Seele steht im Zorne!
Dir zum Troste wiederkehren
Will ich bald mit Rosarosen.
Gott verleih dir seinen Segen!"
Und es gehet Jacopone.
Und auf seinem Weg begegnet
Suchend ihn der Meliore,
Fragt ihn bang nach Rosarosen,
Doch es schweiget Jacopone.
Da sie in die Stube treten,
Schlummert Pietro an dem Boden,
Abgebrannt sind tief die Kerzen,
Traurig stehn die Blumenbogen.
Jacopone spricht: "O wehe!"
Und bricht aus im Tränenstrome,
"Weh, ihr dunkeln Hochzeitskerzen,
Weh, ihr armen Blumenbogen!
Nieder brennt ihr in dem Herzen
Und erlöscht im Tränenstrom,
Nieder welkt ihr in den Schmerzen
Unter meiner Klage Odem!
Kehret nicht zum Firmamente,
Sterne, Mond und hohe Sonne1
Ewig an des Himmels Schwelle
Steh blutweinende Aurore!
Also ewig stille stehen
Soll der Puls im Herz gebrochen,
Ewig meine Hochzeitskerze
Niederbrennen unverloschen!
Ewig meine Kränze welken,
Von den Tränen nur begossen,
Stille ewig sterbend leben
Nur die bittren Tränen rollend!