Blumenkränze, Hochzeitskerzen,
Sterne, Mond und hohe Sonne,
Ewgen Schmerzes Tränenquellen
Und blutweinende Aurore:
Welket, brennet, steht in Schmerzen!
Nimmer lachet Jacopone;
Die die Liebste mir gewesen,
Sie ist schlecht mir vorgekommen!"
Aber zu dem Mahl einkehret
Nun der alte Mönch Benone,
Ihm zur Seite traurig stehet
Rosarose ohne Locken.
Pietro, vom Geräusch erwecket,
Springet auf; die Myrtenkrone
Reichet er der neuen Schwester,
Lieb und Treue ihr gelobend.
Dann putzt schnell er rings die Kerzen,
Daß es helle ward. Meliore
Grüßt sie, reicht ihr die Sonette
Und blickt schüchtern an den Boden.
Aber auf dem Hochzeitsbette
Lieget jammernd Jacopone:
"Die die Liebste mir gewesen,
Sie ist schlecht mir vorgekommen!" —
"Nun genug der frevlen Reden!"
Spricht zu ihm der Mönch Benone,
Daß, der du ihr lieb gewesen,
Ihr nicht schlechter vor mögst kommen!
Hier empfange Rosarosen,
Und bei Gott im Himmel droben
Bist gleich ihr du reines Herzens,
Will ich dich vor Engeln loben.
Ich hab all ihr Tun gesehen,
Da ich bin ihr Beichtger worden,
Konnt des Herren Leib ihr geben
Ohne Absolutionen.
Sie hat dir auch schon vergeben,
Daß du sie ermorden wolltest.
Die du hast entblößt im Leben,
Ward gekleidet von den Toten."