Aber Rosarosa redet:
"Denke meiner ersten Worte:
`Ich erflehe eure Ehre,
Gebe meine Gott zum Opfer.

So bin eine Braut des Herren
Ich, und dennoch Euch verlobet,
Teile mit euch eure Ehre,
Meine bleibe unverloren!

Was im Garten hat geredet
Jener Knabe, dunkle Worte
Sind es mir wie dir; erhellen
Müssen sie zukünftge Sonnen!"

Und sie knieet vor dem Bette,
Nimmt die Rechte Jacopones,
Auf ihr nacktes Haupt sie legend
In den vollen Kranz der Rosen.

Und der Jüngling, tief beweget,
Spricht: "O Weib, wo sind die Locken,
Die ich wollte liebend flechten?
Was soll mir der Kranz voll Dornen?"

Liebvoll Rosarosa redet:
"Ich ließ sie den gütgen Toten,
Die dein nacktes Weib bedecket,
Das du hast entblößt im Zorne.

Auch den Hochzeitsmantel schwebend,
Den zurück mir gab Benone,
Hab ich ihnen hingegeben,
Ihre Güte zu belohnen.

Herr, o wolle dich erheben,
Sieh, es kehret schon Aurore,
Wolle mich zu dir aufnehmen,
Züchtig will ich bei dir wohnen!

Eine Magd mich dir bequemen,
Spinnen dir zur Nacht, zum Morgen.
Für dich beten, für dich sterben;
Herr, entsage deinem Zorne!"

Jetzt erhebt er sich, doch sehen
Kann er nicht, ein Regenbogen
Schwebt um sie von seinen Tränen
In dem Schein des Morgenrotes.