Und sie trocknet seine Tränen,
Still mit ihres Kranzes Rosen,
Und Benone gibt den Segen,
Will dann kehren nach dem Kloster.
"Trink des Brautweins einen Becher,
Heilger!" flehte Jacopone.
"Gib ihn mir, ich will zur Messe
Ihn verwandeln!" spricht Benone.
"Dort will eurer ich gedenken
Und als Christi Blut ihn opfern!"
Und nun kehrt zu seiner Zelle
Still der alte Mönch Benone.
Rosarosa spricht nun: "Denke,
Lieber, was ich dir versprochen:
Hier ist Wasser aus der Quelle,
Hier sind unsres Gartens Rosen.
Lasse unsre Augen netzen,
Die getrübt vom Weinen worden."
Und nun auf die Tafel setzet
Sie das Glas bekränzt mit Rosen.
Und sie kühlen mit der Quelle,
Den die Tränen all entquollen,
Ihrer Augen heiße Quellen;
Sieh, da steigt herauf die Sonne.
"Sie will sein bei unserm Feste!"
Spricht der stille Meliore;
Aber Pietro laut erhebet
Seine Stimme ihr zum Lobe:
"Grüß dich, Held des Orientes,
Grüß dich, Gottes Morgensonne,
Grüß dich, Heiland aller Wesen,
Grüß dich, Heiland voller Rosen!
Grüß dich, Trost der dunklen Felder,
Grüß dich, Quell der Tauestropfen,
Grüß dich auf dem Himmelswege,
Grüß dich, goldne Morgensonne!
Singt mir, was sie spricht, ihr Lerchen,
Singt die sieben letzten Worte,
Singt den Held des Orientes,
Der die schwere Nacht gebrochen!"