Und sie ließ auf allen Wegen
Zu sich bald die Armen kommen,
Ihre Linnen sie ausspendet,
Recht zu aller Frommen Troste.

Und so lebten sie in Segen,
Wohl vier Jahre ohne Sorgen,
Und es wußte kaum zu bergen
Seinen Reichtum Jacopone.

Und Bologna war getrennet
In Parteien. Die des Volkes
Sich die Gieremei nennen,
Stritten für das Recht des Volkes.

Lambertazzi, ihre Gegner,
Für des Adels Recht erhoben;
Von zwei feindlichen Geschlechtern
War der Namen angenommen.

Und da diesen eigenen Händeln
Sich noch fremde eingeflochten,
Ghilbellinen und die Guelphen,
Ward die Sache mehr verworren.

Und so ward gar viel gerechtet,
Manches Blut im Streit vergossen,
Daß die Frauen bittre Tränen
Um die Toten weinen konnten.

Oft erteilte den Geschlechtern
Seinen Rat auch Jacopone,
Und in ihrer Mitte stehend
Mußte Freund und Feind ihn loben.

Wenn in diesem stolzen Leben
War sein irdscher Mut erhoben,
Sah er oft sein Weib beschämet
Neben sich so still verborgen.

Die den Schleier nie ableget
Von des schönen Hauptes Locken,
Die mit Edelstein und Perlen
Nimmer vor ihm prangen wollte.

Und sie wollte niemals gehen
Zu dem Tanze, zu der Oper,
Ging vor Tag nur in die Messe
Und zu der Kapelle Orgel.