Endlich hat er sie erbeten,
Ihm zu folgen in die Oper,
Da die Sängrin Biondette
Wollt entsagen zu dem Kloster.
Und er hat ihr angeleget
Schwere Spangen roten Goldes,
Edelsteine, reiche Perlen
Und Rubinen, blutge Rosen.
Als er ihr den Schmuck anlegte,
Stand sie wie ein Lamm des Opfers,
Und er sprach: "Den Schleier lege
Ab, laß flechten mich die Locken!"
Doch sie wollt ihn nicht ablegen,
Bis er zürnend es befohlen;
Ach, was muß erschreckt er sehen:
Schneeweiß sind des Hauptes Locken!
Ruhig sie da zu ihm redet:
"Darum hielt ich sie verborgen.
Seit sie von der Totenschere
Fielen, sind sie bleich geworden!"
Ach, wie recht im tiefsten Herzen
Traf die Rede Jacopone,
Da er sah die Jungfrau stehen
Mit des Alters grauen Locken.
"Könnte ich mit meinen Tränen
Dir das Silberhaar vergolden!
Ach, ich habe dich dem Schrecken
Jener Schere unterworfen!"
Und er hat die Silberflechten
Mit Rubinen ihr durchzogen,
Wie ein Busch im Blütenschnee,
Vom Johanniswurm umflogen.
Wunderbar war sie zu sehen,
Eine Diamantensonne,
Und es freut an Rosarosen
Wie ein Kind sich Jacopone.
Wie die Flitterkränze schweben,
Und die flimmernden Goldrosen
Zitternd auf der Jungfraun Särgen,
Schien sie in der Glorien Krone