Eine selge Braut der Engel,
Eine Königin der Toten,
Eine hochzeitliche Seele,
Ein gestirnter Geist voll Wonne.
Schier geneigt, sie anzubeten,
Ging bei ihr der Jacopone.
Da sie ins Theater treten,
Ging ein Flüstern durch die Logen.
Nie noch hatte man gesehen
Die Gemahlin Jacopones,
Und nun wie ein höhres Wesen
Stand sie blendend vor dem Volke.
Und in der erstaunten Menge
Hat ein Klatschen sich erhoben,
Bis beschämt in tiefstem Herzen,
Sie den Schleier umgenommen.
Als die liebliche Biondette
Sang ihr Leben vor dem Volke,
War die schöne Rosarose
Tief im Herzen scharf getroffen.
"Daß du mich mit dir zu gehen
Hast bewogen, Jacopone,"
Sprach sie, "dank ich dir ohn Ende.
O, wie ist mir wohl geworden!
Diese Jungfrau anzusehen
Ist mir nie genossne Wonne,
Und ich könnte ruhig sterben,
Spräch sie zu mir süße Worte!
Ach, ich fühle ihrem Wesen
Meine Seele tief verwoben,
O, ich werde nie genesen,
Steht sie mir nicht bei im Tode!"
Und sie war so tief beweget,
Da die Jungfrau ihre Rollen
Wiederholt als Judith, Jephthe,
Daß sie nachsprach alle Worte.
Aber als sich um Biondetten
Hat die wilde Glut erhoben,
Hat sie, nicht um sie, um jene
Nur, das Hilfsgeschrei erhoben.