Und es brachte sie zu retten
Mit Gewalt nun Jacopone
Hinzu einem hohen Fenster,
Da ersah sie Meliore.

Keine Leiter ruht am Fenster,
Rings schon alles um sie lodert,
Und sie sprang, sich Gott befehlend,
Nieder in den Arm Meliores.

Glücklich nieder zu der Erde
Folgt ihr springend Jacopone,
Doch er findet sie mit Schrecken
Blaß und schon ihr Aug geschlossen.

Und rings unter ihrem Herzen
Blutge Tropfen niederflossen,
Doch sie sprach: "Mein Herr, ich lebe
Annoch durch die Hilfe Gottes!"

Und vier rheinische Studenten
Sie auf ihren Mantel hoben,
Trugen still sie durchs Gedränge,
Weinend folget Jacopone.

Und sie ward auf ihren Wegen
Angestaunet von dem Volke,
Wie ein Kunstwerk von Juwelen
Und ein Bild von lauterm Golde.

Nimmer ward von solchem Werte
Ein geheimer Schatz gehoben,
Und die tragenden Studenten
Nimmer von ihr blicken konnten,

Wenn sie in dem Schein der Sterne
Oder in dem Glanz des Mondes
Auf dem weißen Mantel blendet,
Wie auf Schätzen Flammen lodern.

Hätte sie nicht von Biondetten
Oft den Namen ausgesprochen,
Für die Leiche eines Engels
Hätte man sie halten sollen.

Über ihres Hauses Schwelle,
Bis zu ihrer Kammer oben,
Auf sein keusches Hochzeitbette
Ließ sie tragen Jacopone.