Ihr zum Herzen hingedrungen
Sind die Fluten des Gesanges,
Ihr im Busen ist entsprungen
Eine Quelle des Verlangens.
Und der Tränen Flut wird suchen
Stets die Fluten des Gesanges,
Bis sie einst durch Gottes Wunder
Selig ineinander fallen.
Doch nun eilet mit den Blumen
Nach dem Kloster Rosablanke,
Weil von Schülern dicht umrungen
Apo sich der Linde nahet.
Er mag gern mit seinem Zuge
Durch Biondettens Straße prangen,
Und sie bei dem nahen Turme,
Wo er hauset, stolz enlassen.
Ernsthaft mit gezogenem Hute
Folgt die Schar dem finstern Manne;
Vom Altare springt herunter
Schnell Meliore, ihn erwartend.
Nahet nach demütgem Gruße
Ruhig dann dem finstern Manne.
"Daß ich heut versäumt die Schule" —
Spricht er — "muß ich leider klagen.
Ungeduldig, ohne Ruhe,
Konnt ich nicht die Zeit erwarten,
Und ging aus, sie aufzusuchen,
Aber ich bin irr gegangen."
Zu ihm spricht mit höhnscher Zunge
Apo, scharf ins Aug ihm fassend:
"Und der Irrgang scheint gelungen,
Angenehm ist dieser Schatten.
Dieser Baum hegt geistge Zungen.
Einen Vogel zu erhaschen,
Bist du zum Altar gesprungen,
Und doch führst du leere Taschen." —
"Meister, nein! das Haupt der Mutter
Krönt ich mit dem Rosenkranze,
Während ich, bis du zum Turme
Kehretest, deiner hier geharret.