Eher sollen alle Rosen
Mit den Wurzeln abwärts wachsen
Und die vollen Liebeskronen
In der Erde Nacht begraben,

Eher all die bleichen Toten
Aus der Tiefe blühend wandeln
Und was lebet an der Sonne
Fluchend in die Gräber tragen,

Eh der Mond vom Sternendome
Buhlend in ein Nest voll Drachen
Steigen und im keuschen Schoße
Ungeheure Brut empfangen,

Und eh soll die lichte Sonne
Weichen aus des Himmels Bahnen,
Durch der Hölle Tor zu wandeln,
Eh ich tret in deine Pforte.

Ja, eh wird dem Feinde Gottes,
Dem satanschen Sündenvater,
Auch ein Gottsohn ausgeboren,
Keusch von einer Magd empfangen,

Und zu lösen uns vom Tode,
An das heilge Kreuz geschlagen!
Gott verzeihe mir die Worte,
Antwort ungeheurer Fragen!

Nein! nein! nein! Du hast gelogen!
O erscheine, Herr des Gartens,
Tritt den Lügner an den Boden,
Trete auf das Haupt der Schlange!"

"Kind," spricht Apo, "heiße Kohlen
Möchtest auf mein Haupt du sammeln,
Aber mir auch blühen Rosen;
Gut lacht, wer am letzten lachet!"

Doch indes fragt Jacopone
Flehend die geliebte Kranke,
Wie sie so viel Blut vergossen?
Und sie hat es ihm gestanden.

Und nun bietet er Apone,
Daß er helfend ihm mög raten,
Abermals zweitausend Kronen,
Nimmt das Gold gleich aus dem Schranke.