Jener aber spricht: "Die Dornen,
Die ihr schwer den Leib durchstachen,
Wirf in einen tiefen Bronnen
Oder in ein fließend Wasser;

Dann, so wie der Gürtel rostet,
Schließen sich die Wundenmale;
Doch vor allem einen Tropfen
Nehme sie aus dieser Flasche!"

Und nun reichet ihr Apone
Eine Flasche; doch die Kranke
Winkt verneinend mit dem Kopfe,
Und Apone weicht vom Lager;

Denn er höret eine Glocke;
Fackelschein erhellt die Gasse,
Weil begleitet von dem Volke
Sich der Leib des Herren nahet.

Mit dem Sakrament gezogen
Kommt Benone durch die Straße,
Und die Kranke hebt frohlockend
Und getröstet sich vom Lager.

"Bleibe liegen!" sprach Apone.
"Willst du dir dein Weib erhalten,"
Sagt er dann zu Jacopone,
"Hüt sie vor dem Abendmahle!

Sie stirbt eines schnellen Todes
Bei der letzten Ölung Salbe.
Da ich sie hab übernommen,
Werd ich dieses nie gestatten!" —

"Jacopone, Jacopone,"
Seufzt nun angstbewegt die Kranke,
"Willst du mich zur Hölle stoßen?
Hüte mich vor diesem Drachen!"

"Seht, sie raset," spricht Apone,
"Sie ist nicht mehr bei Verstande,
Denn sie spricht verwirrte Worte,
Taugt jetzt nicht zu heilgen Sachen!"

Doch nun tritt herein Benone,
Nahet sich dem Bett der Kranken,
Und sie spricht: "O Herr, willkommen!
Wolle meine Beicht empfangen!"