Und der Priester will, es sollen
Alle nun allein ihn lassen.
"Rosadore, Jacopone
Mögen bleiben," spricht die Kranke.
"Und ich geh nicht," spricht Apone,
"Bis der Gürtel liegt im Wasser,
Bis getrunken sie die Tropfen.
Wer bringt meine Pflicht zu wanken?"
Und zu weichen hat Benone
Nochmals friedlich ihn ermahnet;
Aber höhnisch ihm der Stolze
In das würdge Antlitz lachet.
Nun erst fühlet Jacopone,
Welcher Geist in diesem Arzte,
Und er spricht in schnellem Zorne:
"Weich aus meinem Haus, du Laster!" —
"Hast du mich mit Schmeichelworten
Hergelocket," spricht der Arge,
"Bringst du mich mit bösem Trotze
Wahrlich nimmermehr von hinnen!" —
"Weh uns!" jammert Jacopone,
"Wer mag diesen Teufel bannen!"
Und es nahet Rosadore,
Spricht: "Ich wags in Gottes Namen!"
Und sie zieht gleich einem Dolche
Jene Nadel Rosablankens
Aus dem Haar, das Gold der Locken
Fließt, sie rüstend, von dem Nacken.
Und im heilgen Zorne Gottes
Springt die Kranke von dem Lager,
Und ein Kreuz von rotem Golde
Dienet ihr zur frommen Waffe.
Aber beiden reißt Apone
Von dem Busen die Gewande.
Da er sieht die heilgen Rosen,
Fühlt er seine Sinne wanken.
Und er fluchet: "Moles, Moles!
Dies ist unser Rosengarten.
Daß er ewiglich verdorre,
Mußt du dich zur Arbeit halten!"