Doch am Fenster ruft Benone
Dem Geleite, und mit Fackeln
Dringen sie herauf; Meliore
Tritt einher vor allen andern.

Doch er stehet schwer erschrocken,
Da er Apo sieht, und fraget:
"Meister, lebet ihr hier doppelt?
Eben hab ich euch verlassen!

Pietro kam als schneller Bote
Zu dem Vater Rosablankens,
Der erkrankte, euch zu holen,
Und Ihr seid mit ihm gegangen.

Habt mir selbst die Hand geboten,
Spracht, daß ihr des alten Hasses
Gänzlich nun vergessen wolltet,
Weil ich brav gelöscht beim Brande.

Dann hast du mich angesprochen
Um ein Büschel meiner Haare;
Sprachst: `Aus blondem Haar gesponnen
Wird zur Wundennaht der Faden.'

Und ich gab dir eine Locke —
Sieh, hier fehlt sie mir im Nacken —
Folgte weit dir vor dem Tore,
Bis in meines Bruders Garten,

Wo du eintratst, weiße Rosen
Und Arzneikraut einem Kranken
Zur Erquickung gleich zu holen;
Dorten hab ich dich verlassen.

Denn es war dort bei den Rosen
Solch ein heftger Duft entstanden,
Daß mir schier gebrach der Odem;
Wankend ging ich aus dem Garten.

Jetzt — wie find ich dich hier oben?"
Doch ihn bei dem Arme fassend
Spricht Apone: "Freund Meliore.
Jetzt geleite mich von dannen!

Denn die Gattin Jacopones
Will das Sakrament empfangen,
Gönnen wir ihr Raum zum Troste!"
Und nun gehen sie zusammen.