Um den Apfelbaum sich schlingend,
Der die Mutter dir bedeckte,
Als sie rang, zur Welt dich bringend,
Bös die Schlange mich erweckte!"

Aber traurend sitzt die Süße,
Läßt die Harfe leis erbeben,
Daß ihn schön das Leben grüße,
Das die Liebe ihm gegeben.

Wie die Töne sich ergießen,
Fühlt die Jungfrau in dem Herzen
Wunderbaren Zauber fließen
Und so süße, wilde Schmerzen.

Höher sie die Saiten schwinget,
Denket nicht mehr des Gesellen;
Wie der Schwan im Tode singet,
Glühend ihre Töne schwellen.

Tausend Töne, die sonst schliefen,
Aus der Harfe lebend brechen,
Und in allen Herzenstiefen
Hört sie laut das Echo sprechen.

In dem Tode hallt es wider;
Schüchtern zu des Lebens Schwelle
Rufen ihn die Zauberlieder,
Seine Blicke werden helle.

Wer erklärt ihm die Gesichte,
Wer ergießt des Himmels Segen?
Ist so mild das Weltgerichte,
Kommt die Gottheit ihm entgegen?

"Süßer Tod, den ich erlitten!
Goldne Töne zu mir gehen,
Selig in des Himmels Mitten
Soll ich wieder auferstehen!"

Aus Biondettens frommen Mienen
Strömet ihm das selge Wähnen,
Gottes Mutter sei erschienen,
Und er betet unter Tränen.

Doch die arme Jungfrau singet
Unter bittren, bittren Tränen,
Während sie die Hände ringet:
"O, welch schmerzlich glühes Sehnen!