Schwarz bin ich, doch voller Liebe,
Wie die Hütten Kedars stehen,
Wie die bunten Teppche schimmernd
Salomons im Tempel wehen.

Die Weingärten zu behüten,
Setzten sie mich ein zum Wächter,
Meinen konnt ich nicht behüten,
Von Jerusalem ihr Töchter!

Wie der Tod so stark ist Liebe,
Fest der Eifer wie die Hölle,
Glut und Feuer meine Triebe,
Wie des Herren Blitz so schnelle.

Und wenn alle Wasser stiegen,
Und wenn alle Ströme rännen,
Würden sie sie nicht besiegen,
Nimmer sie erlöschen können!

Was in meinem Haus sich findet,
Alles Gut, wenn ichs wollt geben
Um die Liebe, die mich bindet,
Ach, ich hätte nichts gegeben!

Schön und lieblich meine Füße
In den goldnen Schuhen stehen,
Und mein Haupt, wenn ich ihn grüße,
Ist wie eines Helmbuschs Wehen!

Wie zwo Spangen schön sich schwingend,
Von des größten Meisters Händen
Eben aneinander dringend,
Stehen freudig meine Lenden!"

Doch nun lischt der Kerzen Schimmer
Und Biondette singet: "Wehe,
Wehe, Wehe, Lebensschimmer,
Holdes Leben, nicht vergehe!

Sterbet nicht, ihr süßen Lieder,
Wollt, o wollt nicht von mir schweben!
Sterbet nicht, ihr raschen Glieder,
Laßt euch froh zum Tanze heben!"

Eh die Lampe auch verglimme,
Will sie freudig nochmals schweben;
Doch sie hört nicht ihre Stimme,
Fühlt nicht ihrer Füße Schweben.