Wie das Schiff vom Lande rauschet
Freudig erst ins Element
Und die freie Lust dann tauschet
Mit des Schiffers Ziel und End.
Doch nun kömmt der kleine Knabe,
Dem sie gestern am Altar
Teilte ihre Honigwabe,
Sprach mit seiner Stimme klar:
"Rosablanka, nicht vergesse
Über dieses Hauses Schmerz
Deiner Mutter Totenmesse,
Trage ins Gebet dein Herz!
Größre Trauer zu bestehen
Stehet deiner Seele vor,
Durch die Dornen mußt du gehen
Zu des Himmels Rosenflor!
Es verließ die kleine Zelle
Schon der treue Gottesmann,
Kerzenhell ist die Kapelle
Und der Glockenruf getan.
Zünde deine Schlangenfackel
An der ewgen Lampe Licht,
Sie sei vor dem Tabernakel
Des Erlösers aufgericht!"
Rosablanka spricht: "O sage
Mir, du blondes Wunderkind,
Ob ich die, um die ich klage,
Je im Leben wiederfind?"
Und er sprach: "Die Seele stehet
Wieder licht in Gottes Hand,
Nur der Leib, der irdisch gehet,
Ist dem Dunkel zugewandt!"
Und nun wendet er sich stille,
Und die Jungfrau folget nach.
"Es geschehe Gottes Wille!"
Sie ergeben vor sich sprach.
Und er führt sie zu Sankt Claren
Durch den Klostergarten ein,
Wo sich tausend Blumen paaren
In des neuen Tages Schein.