Und der Knabe sprach: "Geschauet
Hab ich Rosarosens Gruft,
Wo sie heut wird Gott vertrauet,
Bis der Herr uns alle ruft.

Rosatristis, die begraben
Hier mit Rosaläta steht,
Sie wird heut Gesellschaft haben,
Blumen, die sie ausgesät.

Schön ist diese Gruft geweitet,
Für sechs Särge ist noch Raum,
Daß die Wurzel sicher breitet,
Wie den Zweig, der Rosenbaum.

Vor der offnen Gruft nicht bange,
Stell vor deines Stammes Haus
Hell die Fackel; eine Schlange,
Spricht sie wohl die Sünde aus.

Bete! Ich muß von dir scheiden,
Denn ich führ das Kinderchor,
Um die Leiche zu begleiten,
Hier zu ihres Tempels Tor!"

Nun verließ er die Kapelle.
Zum Altar Benone zieht,
Ihm zu dienen auf der Schwelle
Meliore betend kniet.

Als die Jungfrau ihn erblicket,
Von der Wunde siech und bleich,
Fühlet sie das Herz erquicket
Und zerdrücket allzugleich.

Denn er gleicht in allen Mienen
Jenem, dem sie Rosen gab,
Als die Schlange ist erschienen
In dem Garten bei dem Grab.

Mit dem bei des Altars Schwelle
Morgens sie die Kränze wand,
Der den Ring bei der Kapelle
Reißen wollte von der Hand,

Den sie eng mit sich verbunden
Dann in heimlichem Gesicht,
Das sie tief verschweigt, gefunden;
Beten, ach! vermag sie nicht.