Von des Meßrocks schwarzem Grunde,
Zu des Kelches blankem Gold,
Zu der Kuppel Rosenrunde,
Sie die süßen Augen rollt.
Doch es war ein liebend Schweifen,
Denn sie suchte, was sie floh,
Floh ihn, um ihn zu ergreifen,
Und ward ihrer Sorge froh.
War sie endlich ihm entronnen,
In der Rosen Labyrinth,
Das der Kuppel Fenstersonnen
Wie mit einem Netz umspinnt,
Wo die süß gefangnen Strahlen
Offner Rosen Busen wiegt
Und das Licht, des Duftes Schalen,
Wie ein Schmetterling umfliegt,
Ist die Seele eingeträumet
In des blauen Himmels Aug,
Daß sie selig überschäumet
In des Wohlgeruches Hauch:
Sieh, das rasselt mit der Schelle
Meliore am Altar,
Und sie findet auf der Schwelle,
Dem sie kaum entronnen war.
Also geht des Opfers Feier
Ihr vorüber ohn Gebet,
Und auf ihrem Mund der Schleier
Von den heißen Seufzern weht.
Doch als sich Benone kehret:
"|Ite missa est!|" nun spricht,
Was so ängstlich sie beschweret,
Plötzlich mit ihr niederbricht.
Wie vom Taue überfüllet
Eine Blume niedersinkt
Und ihr Haupt in Staub verhüllet,
Der nun ihre Tränen trinkt,
Also neigt in tiefer Demut
Sie die Stirne voller Schmerz,
Und der Tränenkelch der Wehmut
Sinkt in ihr verwirrtes Herz.