Wie der Quell von Felsengipfeln
Stürzt und springt und widerspringt,
In der Schluchten Tannenwipfeln
Sich, ein kühner Jüngling, schwingt;
Wie der Wald sich ihm erbieget
Und in manchen Arm ihn flicht,
Oder wie er stürmisch sieget
Und die Zweige niederbricht;
Und wie heilge Sonnenblicke
Bauen in dem Wasserrschaum
Eine Regenbogenbrücke,
Friede sinket in den Traum.
Und der Adler, den dem Neste
Wild entstürzt die neue Flut,
Staunend ob dem heilgen Feste
Schwebend überm Bogen ruht.
Und es scheut ihn nicht die Taube,
Segelt aus dem Felsenspalt,
Denn ein wunderbarer Glaube
Tuet aller Welt Gewalt.
Und die Lämmer ruhig schauen
Von der steilen Felsenbrust,
Lassen sich ds Vlies betauen
Von des Wasserfalles Lust.
Denn es waltet ein Vertrauen,
Und der Hirtin frommes lied
Tönet durch die selgen Augen,
Bis die Sonne niederzieht.
Solcher Schreck traf Rosablanken,
Solche Ruh hat sie erquickt,
Als aus irdischen Gedanken
Sie ein tief Gebet entrückt.
Als sie wieder sich gefunden,
War schon einsam der Altar,
Und Meliore zeigt die Wunden
Seines Herzen beichtend dar.
An dem Beichtstuhl kniet Meliore,
In der kleinen Sakristei,
Und bekennt des Priesters Ohre,
Welcher Sünd er schuldig sei.