"Webe bis zum Hahnenschrei!
Ist dir dann das Werk gelungen,
Ist Biondetten mir errungen,
Dann sei Freiheit dir bedungen!" —
"Apo, zähme deine Zunge,"
Spricht der Geist, "du mußt verstummen!
Auf die Spule sieh, und tue,
Was dir mein Gewebe zeigt!"
Apo blicket scharf und schweigt.
Vor ihm fliegt auf dunklem Grunde
Flammend hin und her die Spule,
Seine Sinne gehen unter.
Dunkler bald, bald wieder bunter
Woget er in Traumes Wunder,
Bild und Weber ist verschwunden,
Und er glaubet sich allein.
Sieh! Da springt mit blutgem Schein
Feuerschrift aus dunklem Grunde,
Und die Lettern laufen munter
Wie die Funken an dem Zunder.
Und Apone liest verwundert:
"Fest ist dieser Jungfrau Tugend!
An die Sünde angebunden
Sie wird uns verderblich sein.
Du bist blutig, sie ist rein!
Nur in Blutschuld geht sie unter,
Wenn ein Mann aus ihrem Blute,
Den sie liebt, im Arm ihr ruhte!"
Also las er, und ins Dunkel
Ist die Schrift dann eingesunken.
Schnell greift Apo nun zum Kruge,
Voll von giftgem Zauberwein.
Gießt ein Philtrum noch hinein,
Reißt den Dolch dann aus dem Grunde,
Der im Zauberrunde funklet,
In das Gift ihn tief eintunkend.
Und erinnernd sich des Spruches,
Den er las am Weberstuhle,
Spricht er: "Was auch webt die Spule,
Dennoch lock ich sie herein!