Hat den Jüngling sie allein
An der Türe ruhnd gefunden,
Den ich eile zu verwunden,
Trägt sie ihn gewiß zur Stube!

So mag er im Arm ihr ruhen,
Und verbindend seine Wunde,
Bleiben von dem giftgen Blute
Ihre Hände nimmer rein,

Und sie wird bezaubert mein!
Sicher vor dem kranken Buhler
Bleibt mir ihres Leibes Blume,
Die ich selber will entwurzeln.

Las ich doch in meinem Buche,
Daß ich ihres Vaters Bruder;
Da sie stammt aus meinem Blute,
Sei die Lust der Blutschuld mein!"

Und er folgt dem Feuerschein,
Der noch auf den hundert Stufen
Von des Geistes Flügeln funkelt,
Schleichet murrend aus dem Turme.

Er umgeht das Bild des Brunnens;
Venus dominiert zur Stunde,
Und Maria tut kein Wunder
Freitag nachts im Mondenschein.

An Biondettens Tür allein,
In den Mantel eingewunden,
Sieht er seinen Nebenbuhler
Und versetzt ihm Todeswunden.

Als Meliore hingesunken
Und sein Blut das Gift getrunken,
Eilt Apone zu dem Turme.
Tat ers, war es Zauberei?

Daß er jetzt ein Mörder sei,
Hat er schwerer nicht empfunden,
Als den Weg zum Turm hinunter
Und hinan die hundert Stufen.

In der Kammer sitzt er dunkel;
An dem Dolche den Karfunkel
Traf ein Tropfen von dem Blute,
Und es starb der Edelstein.