"Mag sie nun zu Hause sein?
Ihre Türe hat geklungen!"
Und er blicket von dem Turme
Seufzend nach Biondettens Stube.

Auf Bologna ist die Ruhe,
Mondeskühle hingesunken,
Einsam, nächtlich von dem Turme
Nur der Totenvogel schreit.

Da springt aus der stillen Zeit
Ihre Stimme klangumwunden,
Kerzenhell ist ihre Stube;
Apo sieht das Liebeswunder.

Auf ihr Lager hingesunken
Liegt Meliore, heiß umschlungen
Von Biondetten. Apo fluchet.
"Wehe, wehe!" schreit der Geist,

"Des Gewebes Faden reißt!"
Schreit der Geist am Weberstuhle
Und lebendig schießt die Spule,
Ohne Meister, ungebunden.

"Mußt du Tölpel auch da fluchen,
Da die Arbeit schier gelungen!
Rückwärts fliegt die freie Spule,
Meine Flügel werden frei!" —

"Webe bis zum Hahnenschrei,"
Spricht nun Apo, "wie bedungen!"
Und er hat sich losgerungen
Und gen Morgen hingeschwungen.

Und hineilend durch die Luke,
Riß er gierig in dem Fluge
Aus dem sturmdurchwehten Buche
Wohl der goldnen Blätter drei.

Dann mit einem Jubelschrei
Macht er um den Turm die Runde,
Stürzet jauchzend mit dem Funde
Nieder dann in nächtge Dunkel.

"Soll der Mord mir nun nicht fruchten?
Bleibt Biondette unerrungen?"
Klagt der Meister, und im Turme
Schlägt die Viertelglocke drei.