Schüchtern fraget Rosablanke:
"Hohe Gäste hat entboten
Wohl dein Vater für heut Abend,
Die so reichen Putz erfordern?" —

"Alles das will ich dir sagen,"
Spricht Biondetta, "doch nun folge
Mir zu meinem Kleiderschranke,
Hilf mir die Gewande ordnen."

Vor den Blicken Rosablankens
Stehn die blanken Türen offen:
Ach die seltsamen Gewande
Und die bunten, reichen Stoffe,

Und die schönen Blumen, wankend
Bei den Sternen silbern, golden,
Wie die zarten Federn schwanken # schwonken
Um die leichten, duftgen Flore,

Wie die Diamanten strahlen
Lachend in rotgoldnen Kronen,
Wie die Perlenschnüre fallen
Weinend durch des Purpurs Wogen.

Und in blanken Silberpanzern
Spiegeln dunkle Seidenrosen,
Windend sich um Schwert und Lanze
Aus des Goldhelms stolzem Schoße.

Muschelhut und Pilgerflasche
Hängt am sarazenschen Bogen,
Falsche Stern und Monde prangen
Auf des Turbans üppgen Wolken.

Flitterschuhe und Sandalen,
Bei Kothurn und Goldpantoffeln
Und gespornten Schienen, paaren
Traulich unten sich am Boden.

"Reich ist, Jungfrau, wohl dein Vater,
Der dir all dies Gut erworben?" —
"Nur der Welt gehört dies alles,
Ich bin freier Künste Tochter.

Muß auf offner Bühne tanzen,
Bin zur Lust der Welt erzogen;
Heute sind es nun sechs Jahre,
Daß ich sang die erste Rolle.