Da sein Schatz im Mondenschein
Wollte lugen in den Brunnen,
Ob sie sehe ihres Buhlen
Abbild in der Wassergrube,
Und um mit hineinzugucken,
Tät er bücken sich und ducken,
Fiel und mußte Wasser schlucken.
Ei, wie lief das Jungfräulein!
Schlaf, mein Püppchen, schlafe ein!
Herdesglut ist eingesunken,
Und das Heimchen grillt im Dunkel
Nun das Märchen von dem Funken,
Der der Köchin, die betrunken
Schlief, eh sie ihr Lied gesungen,
In den wüllnen Rock gesprungen
Und verbrennet ihr den Leib,
Daß sie ward gleich einem Weib;
Und wie aus dem falschen Kruge
Für den Schwulst sie Salbe suchte,
Auf den Besen stieg und fluchte,
Wider Will den Ritt versuchte
Zu der klugen Frauen Runde,
Wo die Hausfrau sie gefunden,
Tanzend um den Bock den Reihn.
Als sie christlich wollte schrein,
Fiel sie durch den Schlot herunter;
Morgens saß sie ganz berußet
In der heißen Aschengruben;
Und die Schornsteinfegerbuben
Singen ihr: "Aus unsrer Schule
Schwatzte heut mit dir dein Buhle,
Doch sein Besen fegt nicht rein!"
"Mutter, es soll Wahrheit sein!"
Sprach sogleich ein schwarzer Junge,
Der mit einem kühnen Sprunge
Aus der Schürze kam gesprungen!
Schlummre, süßes Püppchen, schlummre,
Bist du dumm, es gibt noch Dummre,
Bist du stumm, es gibt noch Stummre,
Schlummre, schlummre, Püppchen, ein!