"Sei gegrüßt, du Todespfeil,
Sei gegrüßt mit reinem Munde,
Der nie freche Lust getrunken,
Keuscher Tod in keuscher Wunde!
Flieh, du letzte sündge Stunde!
Märtyrkrone sei errungen!"
Dann ruft sie mit kühner Zunge:
"O Maria, erbarm dich mein!"
Und die goldne Nadel fein
Stößt sie in den reinen Busen
Durch die goldne Rosenblume,
Sinket nieder, heilig blutend.
Und es schlägt die zwölfte Stunde.
"Weh, zu spät ists zu dem Trunke!"
Schreit der König, und geht unter.
** Romanze XIX: Moles in Biondettens Leiche
Triumphiert, ihr guten Geister,
Es zerbrach der falsche Thron!
Apo, dem verfluchten Meister,
Sind die Diener all entflohn.
Heilger Sabbat, betend steige
Auf im Ost dein frühes Rot!
Über dieser Jungfrau Leiche
Schimmre lieblich hin der Tod!
In des Morgenlichtes Streifen
Sehe ich ein Flammenboot
Selig durch die Rosen schweifen,
Mit den Segeln purpurrot.
Rosarosa, still geneiget,
Führt das Steuer treu und fromm,
Rosadora zu ihr steiget,
Daß sie auch zum Heile komm.
Jene keusch den Mantel breitet
Um der Schwester Seele bloß;
Freudig nun der Kahn hingleitet
Durch den blutgen Tränenschoß.